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Book Reviews|Austria

If truth was just 'a matter of interpretation', then multinational companies would be entitled to pollute the environment, baby abuse was legal and cruelty to animals became a means of 'self-discovery'".


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Die Dunkelmänner - Mythen, Lügen und Legenden um die Kirchengeschichte.

Nov 11, 2009

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Was wäre der Menschheit erspart geblieben, hätte es die "Kirche" niemals gegeben? Die weithin akzeptierte und somit "politisch korrekte" Antwort auf diese Frage lautet: Vieles, zb (sexueller) Mißbrauch sowie die berühmt-berüchtigte "strenge christliche Erziehung".

 

Der Wahrheitsgehalt der obenstehenden Aussage muß jedoch in Frage gestellt werden:

 

1) Existierte das Christentum nicht, so würde die Nachkommenschaft eben "streng wissenschaftlich" oder auch "streng agnostisch-atheistisch" erzogen werden. Es ginge - ebenso wie im aktuellen Fall - nicht um die Vermittlung bestimmter Werte, sondern schlicht und einfach um die Erzwingung bedingungslosen Gehorsams. Widerspruchslose Gefügigkeit ist jedoch das Gegenteil dessen, was Jesus und seine Gefolgsleute im Sinn hatten, als sie ihren Zuhörer von funktionierenden zwischenmenschlichen Beziehungen erzählten. Man denke hierbei zb an Galater 5, 22-23, Römer 13, 8-10 oder 1. Korinther 6, 12.

 

2) Körperlicher, seelischer, geistiger, sexueller sowie spiritueller Mißbrauch kommt in unserer Gesellschaft ausgesprochen häufig vor, sodaß man ihn als "normal" bezeichnen muß. Das Verhalten von Priestern, Mönchen, Nonnen sowie Christen im Allgemeinen stellt also keineswegs eine unrühmliche Ausnahme dar: Vielmehr handelt es sich um ein Abbild "alltäglicher" Zustände (bzw. Mißstände).

 

Kurz gesagt ...

 

Gleichgültig, ob es sich um eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit oder einen mutmaßlichen Massenmörder handelt: Die gerechte, sachliche und vorurteilsfreie Verhandlung seiner Sache gehört zu den Grundrechten jedes Angeklagten.

 

Doch oftmals entsteht der Eindruck, daß die breite Masse der "Kirche" dieses Recht nicht gewähren möchte. Es gilt als "politisch korrekt", die "Kirche" von vornherein und ohne Anspruch auf Berufung für schuldig zu befinden.

 

Eine angemessene und dem "aufgeklärten" 21. Jahrhundert entsprechende Auseinandersetzung mit dem Thema "Kirche" würde jedoch folgendes Ergebnis mit sich bringen:

 

1. INQUISITION

 

Die spanische Inquisition war keine kirchliche, sondern eine staatliche Einrichtung. Um das Reich nach innen zu einen bzw. nach außen zu stärken, beschlossen Königin Isabella sowie Ferdinand II., daß die SpanierInnen katholisch zu sein hätten. Als Papst Sixtus IV. die grausame Verfolgung mittels einer eigens verfaßten Bulle verurteilte, bestand die Reaktion des Königspaares in einer unverhohlenen Drohung, welche dadurch untermauert wurde, daß sich die spanische Armee zum damaligen Zeitpunkt vor der Haustür des Vatikans, nämlich in Neapel, befand.

 

2. HEXENVERBRENNUNGEN

 

Auf dem Konzil von Paderborn im Jahr 785 wurde etwas verboten, was niemals unter Strafe gestellt worden wäre, hätte es nicht tatsächlich existiert: Die (Un-Sitte) der heidnischen Germanen, Hexen zu verbrennen oder deren Fleisch zu essen. Weiters galt der berühmt-berüchtigte "Hexenhammer" zu keiner Zeit als offizielles Kirchenrecht - im Gegensatz zum "Canon Episcopi" (906); einem Dokument, welches gemeinsam mit anderen mittelalterlichen Schriftstücken eindeutig belegt, daß die Ermordung sogenannter "Hexen" keineswegs dem "bibelgetreuen" Christentum angelastet werden kann.

 

3. KREUZZÜGE

 

Gewaltsame Übergriffe muslimischer Fatimiden sowie mordende, plündernde und brandschatzende Seldschuken zwangen Kaiser Alexios I. Komnenus den damaligen Papst um Hilfe zu bitten. Somit steht fest, daß nicht die "Zwangsbekehrung" der Muslime, sondern das Überleben und die Sicherheit der orientalischen Christen die Ursache der Kreuzzüge darstellen. Ebenso entspricht es der Wahrheit, daß von Kreuzrittern begangene Gewalttaten, die nicht der Verteidigung dienten, vom Vatikan verurteilt wurden.

 

4. NATIONALSOZIALISMUS

 

Bereits 1930 stellte das Vatikan-Organ "L'Osservatore Romano" in einem Leitartikel fest, daß die Mitgliedschaft in der NSDAP "mit dem katholischen Gewissen nicht zu vereinen sei". Daraufhin reagierten die deutschen Bischöfe mit der Exkommunikation aller Nazis. Zwei Jahre zuvor verurteilte das Heilige Offizium die Lehre des Rassismus als "widergöttlich".

 

Der renommierte jüdische Historiker Emile Pinchas Lapide bescheinigt der katholischen Kirche, 700.000 bis 850.000 Juden vor dem sicheren Tod bewahrt zu haben und auch die spätere israelische Ministerpräsidentin Golda Meir stellt in einem Nachruf auf Pius XII. fest, daß "Hunderttausende von todgeweihten Juden ihr Überleben den direkten oder indirekten Interventionen dieses Papstes verdanken".

 

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FAZIT

 

Unsagbar tragisch - aber auch ironisch:

 

1) Die Verbrennung unschuldiger Menschen steht am Beginn der "Neuzeit".

 

2) Das "Zeitalter der Aufklärung" bringt zahlreiche Halbwahrheiten und Lügen in Umlauf und sorgt dafür, daß das Christentum auch heute noch für Verbrechen, die es nie begangen hat, geradestehen muß.

 

Kurz gesagt:

 

Informieren kann man nicht delegieren. Wer es vermeiden möchte, jahrhundertealte Gräuelpropaganda ungeprüft nachzuplappern, kommt um Hesemanns Buch nicht herum.

 

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INHALT:

 

Einleitung - Die schwarze Legende 6

 

01. Kein leeres Grab? 9

02. Judas Iskariot 19

03. Maria Magdalena 32

04. Qumran 51

05. Die Jesus-Briefe 63

06. Gottes Sohn? 66

07. Der erste Papst 82

08. Die Kirchenspaltung 93

09. Die Päpstin Johanna 101

10. Die Kreuzzüge 109

11. Die Katharer 124

13. Die Templer 138

14. Die Inquisition 154

15. Die Hexenverfolgung 173

16. Giordano Bruno 190

17. Galileo Galilei 200

18. Unfehlbar? 214

19. Hitlers Papst? 226

20. Im Namen Gottes? 244

 

Epilog - Mea culpa? 259

 

Dank 263

Quellen 264

 

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