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Book Reviews|Austria

If truth was just 'a matter of interpretation', then multinational companies would be entitled to pollute the environment, baby abuse was legal and cruelty to animals became a means of 'self-discovery'".


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Michael Hesemann: Hitlers Religion.

Dec 30, 2009

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In den Augen Hitlers und vieler seiner Anhänger besassen weder die Juden noch die Christen das Recht auf Leben: Erstere galten als die (spirituellen) Todfeinde der Arier; letztere hatten es aufgrund ihrer "verweichlichten" und "dekadenten" Lehre (Unterstützung von körperlich, psychisch und geistig Kranken, Gleichwertigkeit aller Menschen, Mitgefühl, Vergebung usw.) "verdient", mit Stumpf und Stiel ausgerottet zu werden.

Gemäß dem NS-Leitspruch: "Ohne Juda, ohne Rom wird gebaut Germaniens Dom."

Doch die Schreckensherrschaft des "Dritten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" endete am 8. Mai 1945 - der "Zweite Holocaust" fand nicht statt. Andernfalls wäre eine weitaus höhere Zahl an Christen in den Konzentrationslagern gefoltert und zu Tode gebracht worden.

[Zitat]

"Hitler propagierte keine politische Ideologie, er verkündete einen neuen Glauben, einen Weg zur metaphysischen Erlösung, den man am ehesten als gnostische Apokalyptik bezeichnen kann. [...]

Der Nationalsozialismus wies alle Charakteristiken einer Religion auf:

Es gab eine eindeutig formulierte Heilslehre, ein Evangelium ('Mein Kampf'), einen Katechismus ('Der Mythus des 20 Jahrhunderts'), einen Glauben an die übernatürliche Macht der Vorstehung und an eine Fortexistenz nach dem Tod, Apokalyptik und Messianismus, einen Stiftungsmythos, Sakralbauten und Pilgerstätten, eine ausgefeilte Liturgie, ritualisierte Aufmärsche und Weihen, die völlige Vereinnahmung der Gläubigen, Gemeinschaftserlebnisse und die mystische Kommunion mit einer Messias-Gestalt, Selbstaufgabe und blinden Gehorsam, Glaubensbekenntnisse und Schwüre, Sakramente, einen Feiertagskalender, eigene Lebensabschnittsrituale, einen Blut- und Feuerkult, Märtyrer und Reliquien, ein Ordenssystem und eine Gemeinde, die sich von den 'Ungläubigen' radikal abgrenzte.

Gerade durch seinen Ausschließlichkeitsanspruch, seine erklärte Gegnerschaft zu allen anderen Religionsgemeinschaften, definierte sich die braune Unheilslehre selbst als Religion." (Seite 441)

[Zitat Ende]

Fazit:

(Antijüdische sowie antichristliche) Religiosität gehörte nicht bloß zur Propaganda; vielmehr fungierte sie als die treibende Kraft des "Dritten Reiches". Der Autor zeichnet ein detailiertes Bild der Quellen, von denen sich Hitler, die NSDAP und auch die Deutschen (bzw. Österreicher) "inspirieren" ließen. Ebenso geht Hesemann auf das Verhalten des Vatikans angesichts der damaligen politischen Verhältnisse in Europa ein und rehabilitiert die Päpste Pius XI. und Pius XII.

Wie von offizieller israelischer Seite bestätigt wird (zb durch Religionswissenschaftler, Historiker und KZ-Häftling Pinchas Lapide, Aussenministerin Golda Meir), hat Pius XI. gemeinsam mit vielen anderen Christen mindestens 700.000 Juden vor dem sicheren Tod bewahrt (Seite 423).

Diese Tatsache sollte gerade im 21. Jahrhundert - einer Zeit, in der das (öffentliche) Verurteilen der "Kirche" fast schon "zum guten Ton gehört" - weder verschwiegen noch vergessen werden. Es gibt keine Gemeinschaft, der es gelingt, seit 2000 Jahren zu bestehen und bis zum heutigen Tag alles richtig gemacht zu machen ...

Anmerkung:

Weil Bilder mehr als 1000 Worte sagen, enthält das Buch zahlreiche Abbildungen.

 

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Autor: Michael Hesemann.

Titel: Hitlers Religion.

Seiten: 480. Gebunden.

 

Verlag: Pattloch.de.

 

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