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Book Reviews|Austria

If truth was just 'a matter of interpretation', then multinational companies would be entitled to pollute the environment, baby abuse was legal and cruelty to animals became a means of 'self-discovery'".


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Larry Osborne - 10 Irrtümer über Gott und das Leben: Fromme Halbwahrheiten

Oct 20, 2011

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[Zitat] "Es ist nichts Neues, dass kluge Leute ziemlich dämliche Dinge TUN können. Aber oft vergessen wir, dass kluge Leute auch ziemlich dämliche Dinge GLAUBEN können." [Zitat Ende]

Sie klingen einleuchtend, werden sowohl von "einfachem christlichen Fußvolk" als auch ansonsten zuverlässigen Informationsquellen wie zb Leitern und Pastoren verbreitet und besitzen eine Wirkung, die von "unwahr, aber harmlos" bis "verherrend" reicht: Moderne spirituelle Mythen.

Osborne nimmt zehn weit verbreitete Irrtümer unter die Lupe bzw. aufs Korn:

001: Der Glaube kann alles in Ordnung bringen. (Anmerkung des Rezensenten - Anders ausgedrückt: "Absolutes Überzeugt-sein zwingt Jesus, die [mitunter absurden] Wünsche des Gläubigen nach Strich und Faden zu erfüllen.")

002: Vergeben heißt vergessen.

003: Ein frommes Elternhaus garantiert fromme Kinder.

004: Gott hat einen Bauplan für mein Leben.

005: Christen sollen nicht über andere urteilen.

006: Alles geschieht aus einem guten Grund.

007: Lass dich von deinem Gewissen leiten.

008: Gott bringt Glück. (Anmerkung des Rezensenten: "... sowie Geld, Gesundheit, gutes Aussehen, Partnerschaft, Gewünschtes bitte hier einfügen.")

009: Ein Tal bedeutet, dass man auf dem Holzweg ist.

010: Wer stirbt, kommt an einen besseren Ort.

Mein Eindruck:

Ein sehr gutes, empfehlenswertes Werk - das seine Wirkung allerdings nur dann zu entfalten imstande ist, wenn der Leser ein etwaiges "Schlachten heiliger Ideologiekühe" (zb "Wohlstands- und Kuschelevangelium") zuläßt. Dies ist jedoch ein Merkmal, welches alle Bücher, die ein heikles Thema behandeln, gemeinsam haben ...

Allerdings stimme ich mit dem Autor (bzw. dem deutschsprachigen Übersetzer) nicht in allen Punkten überein:

1) Seite 119 - "Wollen Sie also wirklich, dass Jesus morgen wiederkommt und alles regelt? Ich nicht. Ich habe zu viele Freunde und Angehörige, die ihn noch nicht eingeladen haben, Teil ihres Lebens zu sein. [...] Mir wäre es lieber, wenn er warten würde, bis noch mehr von meinen Freunden und Angehörigen den entscheidenden Schritt getan haben."

Einerseits unterstelle ich dem Autor (bzw. Übersetzer), dass er seine Aussage nicht in der folgenden Weise verstanden wissen will; andererseits erinnern Osbornes Worte (meines Erachtens) stark an die "Wir müssen hinausgehen und den Menschen das Evangelium verkünden - andernfalls werden sie unausweichlich in der Ewigen Verdammnis enden!"-Theologie.

Ich halte dergleichen für blanken, Christen und Andersgläubige unnötigem "Missions-Stress" aussetzenden Unsinn. Denn erstens ist der "Eigentümer des Universums" durchaus in der Lage, die gesamte Menschheit innerhalb eines Sekundenbruchteiles über die Zuverlässigkeit der "Guten Nachricht" bzw. hinsichtlich der Identität des "Handwerkers aus Nazareth" zu informieren. Und zweitens: Erweckt die Kreuzigung Christi (einschließlich der damit verbundenen Qualen) den Eindruck göttlicher Gleichgültigkeit? :-o

2) Seite 162 - "Man muss nur an die unzähligen Trauversprechen denken, die nicht gehalten werden, weil Menschen davon ausgehen, dass es nicht Gottes Wille sein kann, wenn sie in einer unglücklichen oder nicht erfüllenden Ehe feststecken. 'In guten wie in schlechten Tagen' ist irgendwie zu 'bis ich es nicht mehr aushalte' geworden."

Zugegeben - es mag Menschen geben, deren Konfliktfähigkeit (bzw. Konfliktwille) "nicht besonders groß" ist. Doch was/wieviel müssen Partner im Extremfall "aushalten" können? Wer bestimmt, was "zu extrem" ist?

Fazit:

Ein Buch, das man lesen bzw. über dessen Inhalt man sprechen sollte.

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