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ישר|Israel

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Licht in Jerusalem

Dec 13, 2013

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Schon vor einiger Zeit, habe ich von einer Familie gehört, die hier in Jerusalem wohnt. Ein Mann mit seiner Frau und ihren 14 Kindern. Ein Rabbi, mit einer kleinen Wohnung in Ma‘alot Dafna. Das erste Mal, habe ich von einer Touristin gehört, dass es jemanden gibt, der jeden Shabbat Leute, zu sich nach Hause, einlädt. Das mag noch nicht so besonders sein, aber dieser Mann, heißt alle Willkommen. Er lädt Obdachlose von der Straße ein, Touristen, Yeshivaschüler, Verrückte und wer auch sonst kommen möchte. Sein Haus steht allen offen. Diese Tage, hab ich wieder an diese Geschichte gedacht und begonnen zu recherchieren. Tatsächlich habe ich ihn im Internet gefunden. Einige vor mir, haben bereits über ihn geschrieben. Jemand hat für Ihn eine Internetseite gegründet – da er selbst für all das Essen aufkommt (bei 60-100 Leuten, jeden Shabbat, sind das um 1000$ für jede Woche), so wollte man ihm helfen, Spenden zu bekommen, um seine Essen zu finanzieren. Jedenfalls hörte sich das alles zu spannend an und ich musste mich selbst davon überzeugen, ob es so eine Großzügigkeit gibt, also bin auch ich, am Shabbat aufgebrochen, zu Rabbi Machlis, nach Ma’alot Dafna.

Also gesagt, getan, war ich auf dem Weg zu Fam. Machlis. Auf dem Weg dachte ich, dass ich eigentlich noch nie, einfach zu Fremden und ohne Einladung, zum Essen erschienen bin. Ich war gespannt. Ich hatte vor Jahren gelesen, dass ein wahrer Wohltäter, nicht seine Freunde oder Verwandten zum Essen lädt, sondern Arme, Blinde, Verstoßene – die, die nichts haben. Jedoch getroffen hatte ich, mein Leben lang niemanden, der das tatsächlich getan hat. Bei sich zu Hause, jede Woche… unglaublich. Schließlich, bin ich bei seiner Wohnung angekommen. Dort fand ich einen Zettel, mit den Zeiten, wann das Essen stattfinden sollte. Ich war zu früh – da ich nicht wusste wann, bin ich auf
gut-Glück losgelaufen. Aber besser zu früh als zu spät. Pünktlich ging dann die Tür auf und die ersten Gäste, haben sich sogleich ins Wohnzimmer gedrängt, um einen Platz zu suchen.

Jeder Platz ist genützt und man sitzt auf engstem Raum. Rabbi Machlis schafft es aber, scheinbar immer, für jeden einen Platz zu finden. Ich habe mich in die Damenecke gezwängt und auch gleich Bekanntschaft mit den anderen gemacht. Neben mir saß ein Mädchen aus England, das auf Urlaub war. Dann eine junge Ungarin die gerade mit ihrer Familie eingewandert war, eine Weltreisende aus Neuseeland und einige Orthodoxe Damen. Das Wohnzimmer hat sich schnell gefüllt und bald ist auch der Rabbi gekommen. Er hat alle Gäste willkommen geheißen und der erste Gang wurde serviert. Das Essen wurde auf Tabletts, über die Köpfe der Leute gereicht und jeder war beteiligt, an der Verteilung. Die Atmosphäre war wirklich außergewöhnlich angenehm und familiär. Es gab verschiedene Salate, Brot und Speisen aller Art, Aschkenasisch, Sephardisch und Marokkanisch, für jeden etwas dabei. Zwischen den Gängen die serviert wurden, hielt der Rabbi kleine Reden, Gedanken zur Parascha (Wochenabschnitt aus der Torah). Dann war auch jeder Anwesende, eingeladen etwas zu sagen, so es zur Sache war. Dabei gab es, zum Teil, interessante Diskussionen und hitzige Debatten. Etwas, das der Rabbi sagte, blieb mir besonders in Gedächtnis:



Wir sollen die Schriften und die Prophetien
nicht nur lernen, sondern leben.

Rabbi Machlis, Jerusalem


 

Das aus seinem Mund zu hören, war mehr als glaubwürdig. Denn er, scheint ein Mann zu sein, der tut, was er sagt. Der verstanden hat, was es bedeutet, nicht nur zu lernen und zu reden, sondern zu tun. So hitzig auch die Diskussionen wurden, hat er Ruhe bewahrt und Verständnis gezeigt, selbst für die Absurdesten Aussagen. Jemand fragte ihn mal, ob er nicht Angst hätte, man würde ihn bestehlen, bei all den verschiedenen und fremden Leuten, die jede Woche in sein Haus kämen.
Er hatte dafür nur ein Lächeln übrig, denn zu stehlen, gibt es bei ihm nichts.
Es gibt lediglich eine Unzahl an Büchern bei ihm zu finden, nichts was des Stehlens wert wäre.
Mich persönlich, hat der Besuch bei Machlis, sehr beeindruckt. Eine Familie, die einen Blick hat, für die Armen, für die, die in Not sind, die alleine sind, für all jene, die oft übersehen werden. Sie sind wahrlich ein Licht für die Menschen. Sie schenken nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern geben den Menschen auch ein Stück Freude und bringen Wärme in ihr Leben. Sie sind ein leuchtendes Beispiel für Gnade und Barmherzigkeit, anderen gegenüber – ein Licht in Jerusalem.